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Schrumpel-Apfel-Kuchen

Schrumpel-Apfel-Kuchen aus Meiborssen

Irgendwo im schönen Weserbergland liegt ein kleines Dörfchen namens Meiborssen. Das Dorf ist so klein, dass es gar keine eigenen Straßennamen hat! Die Häuser sind nach der Reihenfolge ihrer Erbauung nummeriert. In einem dieser alten Fachwerkhäuser lebt Tante Ingrid mit ihrem Hund. Oma Doris, Opa Emil und deren Kinder und Enkelkinder kommen gern aus der Stadt hierher, um auf dem Land die Ferien zu verbringen. Dann wohnen sie im gemütlich umgebauten, ehemaligen Stallgebäude.

Tante Ingrids Haus hat einen ganz besonderen Anbau, nämlich ein kleines historisches Backhaus aus dem Jahre 1870. In diesem Backhaus wurden früher Brot und Kuchen für ganze Großfamilien gebacken. Dazu wurde im gemauerten Ofengewölbe ein ordentliches Feuer aus großen Buchenscheiten angeheizt. Es brannte viele Stunden und die Glut erhitzte das Gemäuer sehr stark. Wenn die Backsteine stark genug aufgeheizt waren, wurde die restliche Glut entfernt und das Gewölbe war damit ein riesengroßer, heißer Backofen. Zuerst wurde viel Brot gebacken, denn das braucht die größte Hitze. Danach, wenn die Hitze langsam nachließ, kamen Kuchen und anderes Kleingebäck an die Reihe.

In Meiborssen wohnen ausser netten Menschen, Kühen, Hunden und Katzen, auch sehr viele Vögel. Im Winter müssen sie oft lange suchen, um Futter zu finden. Sie haben jedoch ein kleines, feines Geheimnis, von dem die Menschen nichts wissen: Unter Büschen und Sträuchern sammeln sie im Herbst jede Menge Falläpfel von dem großen, uralten Apfelbaum, der im Garten steht (ein grüner Boskoop). Im tiefen Winter, wenn alle in ihren Häusern vor dem Kamin sitzen, heizen die Vögel nachts heimlich das alte Backhaus an. Aus den schrumpeligen Falläpfeln backen sie dann große Platten ihres köstlichen Schrumpel-Apfel-Kuchens und verteilen ihn an alle hungrigen Vögelchen im Ort!

Das Rezept für den Schrumpel-Apfel-Kuchen ist wirklich sehr einfach. Hier kommt es:

Du brauchst für eine Backform, ca. 25 x 35 cm:

  • 5 schrumpelige Äpfel aus dem letzten Herbst. Die sind besonders aromatisch, auch wenn sie nicht mehr so hübsch aussehen!
  • ½ Banane
  • 200 g weiche Butter
  • 170 g Zucker
  • 280 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • eine Prise Salz
  • Den Saft und den Schalenabrieb einer halben Bio-Limette oder Zitrone
  • 3 Landeier von glücklichen Hühnern

Und so macht man den Schrumpel-Apfel-Kuchen nach Meiborsser Art:

  1. Zuerst schäle und putze die Äpfel, schneide sie in Scheiben und mariniere sie mit dem Saft der Limette oder Zitrone. Stelle sie zur Seite.
  2. Schlage den Zucker mit der Butter sehr schön schaumig.
  3. Zermatsche die halbe Banane mit einer Gabel zu Brei.
  4. Rühre Limettenschale, Salz, die Bananenmatsche und die Eier in den Teig.
  5. Vermische das Mehl gründlich mit dem Backpulver und gib es durch ein Sieb zu den feuchten Zutaten. Hebe es unter, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind.
  6. Verteile den Teig gleichmäßig in der mit Backpapier ausgekleideten Backform.
  7. Lege zum Schluss die Apfelscheiben auf den Teig.
  8. Dann kann der Kuchen in den Ofen. Bei Heißluft und 180°C, benötigt er etwa 30 Minuten. Mach den Stäbchentest, um zu prüfen, ob der Kuchen fertig gebacken ist.

Sobald der Kuchen fertig ist, lieben die Meiborsser Vögelchen es, ihn noch lauwarm und mit viel Schlagsahne zu verspeisen. Dazu passt heißer Kaffee und auch ein kleines Likörchen – wenn keine Küken dabei sind!

Magst du Kuchen mit Äpfeln? Dann probier doch auch mal Jockel Bocks Apfelberge, Grimbos A-Zi-Ma-Muffins oder Apfel-Pflaumen-Liebe

Schon 4 Kommentare

  1. Doris sagt:

    Liebe Lotte, da fällt mir noch eine kleine Geschichte zu unserem Backhaus ein, übrigens das einzige in Meiborssen, das ab und zu noch in Gebrauch ist – z.B. auch zum Pizzabacken wenn viele Freunde sich bei uns versammeln.
    Die alten Frauen aus dem Dorf haben uns erzählt, dass der Backtag für sie eine seltene Gelegenheit war, miteinander zu quatschen und die Dorfgeschichten auszutauschen.
    Wenn alle Brote und alle Kuchen abgebacken waren, haben sie ganz zum Schluss auch noch die letzten reifen Zwetschgen in den Ofen geschoben – so hatten sie noch mehr Zeit zum Schadudeln und am Schluss auch noch leckere SCHRUMPELZWETSCHGEN für den langen Winter!
    Danke für dein Rezept, jetzt bleibt kein Apfel mehr übrig! ?

    • Lotte sagt:

      Liebe Doris, vielen Dank für diese lustige Geschichte! Toll, was unser Backhaus schon alles erlebt hat. Und wie schön, dass es dank Emils neuem Kamin und der Liebe zum Detail bei der Restauration immer noch funktioniert und ein Ort geselliger Zusammentreffen netter Leute ist. Viele Grüße! Lotte

  2. Eva sagt:

    Das ist einfach riesig nett und süß und ansprechend gemacht! Deine Geschichten und ganz besonders die Bilder gefallen mir richtig gut! So fröhlich, detailverliebt, bunt 🙂 !
    Liebe Grüße
    Eva

    • Lotte sagt:

      Hallo Eva, danke dir, ich freue mich sehr über dein liebes Feedback! Viele herzliche Grüsse schickt dir, Lotte

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